Die Balance zwischen Tourismus, Tradition und Nachhaltigkeit

Fallstudie: Viana do Castelo, Portugal

Am 21. Juli 2025 machte sich eine Gruppe von 40 jungen Menschen im Rahmen des Travel Different for Future Programms, unterstützt von vier Organisationen – HI Slovenia, JANUN Hannover, Reaj und Movijovem– auf den Weg nach Lissabon. Unser Ziel war es, nachhaltig zu reisen, also auf eine Weise, die lokale Gemeinschaften, Natur und Kultur nicht negativ beeinträchtigt. Um diesem Ziel treu zu bleiben, besuchten wir lokale Orte und informierten uns über die Herausforderungen und Chancen, denen sich Lissabon im Bereich Tourismus gegenübersieht. Wir verbrachten nur drei Tage in Lissabon, da unser Hauptziel Viana do Castelo war, wohin wir mit dem Zug weiterreisten.

Anja und Luka

Wir besuchten das lokale tourist information centre und sprachen mit einem Mitarbeiter, um zu verstehen, wie die Stadt aktuelle Herausforderungen in Bezug auf Tourismus, Mobilität und Umweltschutz angeht. Das Gespräch war aufschlussreich und zeigte eine Stadt, die stolz auf ihre Traditionen ist und aktiv daran arbeitet, sich in einer sich schnell verändernden Welt anzupassen und weiterzuentwickeln.

Viana do Castelo ist eine Küstenstadt im Norden Portugals, bekannt für ihre einzigartige Mischung aus natürlicher Schönheit, kulturellem Erbe und wachsenden Nachhaltigkeitsinitiativen. Am 26. Juli 2025 wurden wir in vier Gruppen aufgeteilt. Unsere Gruppe, „Natur und Nachhaltigkeit im Tourismus“, erhielt die Aufgabe, mehr über die Stadt zu erfahren, indem wir ein Interview führten. Wir besuchten das lokale tourist information centre und sprachen mit einem Mitarbeiter, um zu verstehen, wie die Stadt aktuelle Herausforderungen in Bezug auf Tourismus, Mobilität und Umweltschutz angeht. Das Gespräch war aufschlussreich und zeigte eine Stadt, die stolz auf ihre Traditionen ist und aktiv daran arbeitet, sich in einer sich schnell verändernden Welt anzupassen und weiterzuentwickeln.

Natürliche Schönheit trifft kulturelle Tiefe

Viana do Castelo, ein Küstenschatz im Norden Portugals, entwickelt eine einzigartige Identität, indem es Nachhaltigkeit, lokale Kultur und ausgewogenen Tourismus in den Mittelpunkt stellt. Laut einer lokalen Vertreterin des Tourismuszentrums liegt die Attraktivität der Stadt in ihrer landschaftlichen Vielfalt: Flüsse, Ozean und Berge, kombiniert mit kulturellen Erlebnissen wie Sport, lokalen Festen und der Lage am Camino de Santiago. Die meisten Besucher kommen aus dem benachbarten Spanien und Frankreich sowie aus Portugal selbst, besonders in der Hauptsaison im August. Dann steigen die Besucherzahlen auf fast einige hunderttausend über einen Zeitraum von drei bis vier Monaten, und die Stadt wird deutlich belebter.

Grüne Parklandschaft in Viana do Castelo als Beispiel für die Verbindung von Natur und nachhaltigem Tourismus

Gemeinschaftsorientierte Nachhaltigkeit

Trotz dieses saisonalen Anstiegs ist es Viana do Castelo gelungen, die negativen Auswirkungen von Massentourismus zu vermeiden. Die Stadt ist stolz auf nachhaltige Initiativen wie Öko Parks, in denen Arten wieder angesiedelt werden, oder umweltbewusste Veranstaltungen wie Jazzkonzerte ohne ökologischen Fußabdruck. Die Einheimischen sind die wichtigsten Akteure des nachhaltigen Tourismusmodells von Viana, indem sie an Festivals, Austauschveranstaltungen und gemeinschaftlichen Stadtprojekten teilnehmen. Viele leben noch im Rhythmus des Dorflebens, und selbst lokale Geschäfte arbeiten bei Initiativen zusammen, die von der Stadtverwaltung unterstützt werden. Baumpflanzaktionen sind ein sichtbarer Bestandteil dieses Engagements, zum Beispiel durch organisierte Aktionen, die von Travel Different for Future und Hostelling International Slovenia dokumentiert wurden.

Historische Architektur und kulturelles Erbe von Viana do Castelo als authentisches Reiseerlebnis

Infrastruktur- und Zugänglichkeitsprobleme

Die Nachhaltigkeitsbemühungen werden durch kommunale und staatliche Programme unterstützt, darunter Schulungen und Zertifizierungen für lokale Reiseanbieter. Dennoch gibt es Herausforderungen, wie die ungleichmäßige Verteilung der touristischen Vorteile, ein Mangel an öffentlichen Toiletten und unzureichende Infrastruktur in einigen Bereichen. Aufgrund fehlender öffentlicher Toiletten sind Besucher oft auf Cafés angewiesen – nicht nur als soziale Treffpunkte, sondern als einzige zugängliche Sanitäranlagen, was Kritik hervorgerufen hat.

Reiseplanung mit Stadtkarte und Sonnenbrille als Symbol für Entdeckung und verantwortungsbewusstes Reisen

Auch der Verkehr ist ein Problem, da die Stadt kein zentralisiertes öffentliches Verkehrssystem besitzt. Besonders am Wochenende gibt es nur wenige Verbindungen, obwohl laut unserer Gesprächspartnerin einfache Lösungen wie zusätzliche Buslinien die Mobilität deutlich verbessern könnten.

Interessanterweise bleiben Fußgängerbereiche trotz Autoverkehr und Parkplatzengpässen angenehm leer. Der Charme Vianas liegt in seiner ruhigen, sicheren Atmosphäre, niedriger Kriminalität und einer eng verbundenen Gemeinschaft. Die Stadt ist ein Ziel für Reisende, die Authentizität statt Intensität suchen – ein Ort, an dem man entschleunigen und sowohl mit der Natur als auch mit dem lokalen Leben in Kontakt kommen kann. Für praktische Tipps, um so zu reisen, sehen sie sich unseren Post dazu an.

Mobilität und Alltag

Nachhaltigkeit und Mobilität in Viana do Castelo sind eng miteinander verbunden, geprägt von lokaler Kultur und ökologischer Notwendigkeit. Eine Maßnahme zielt darauf ab, den öffentlichen Verkehr in bergige Regionen auszuweiten, um Menschen mit eingeschränkter Mobilität besseren Zugang zu ermöglichen. Wenn sie sehen wollen, sie die Einwohnenden sich fortbewegen, schauen sich unser Video zu „ankommen mit dem Zug“ an.

Umweltbewusstsein und Innovation

Die mit dem Tourismus verbundenen Umweltprobleme nehmen zu. Die Verschmutzung der Strände durch den steigenden Bootsverkehr hat Bedenken hinsichtlich der Meeresnachhaltigkeit ausgelöst. Die Stadt hat mit praktischen Innovationen reagiert, etwa durch die Neugestaltung des Recyclingsystems. Da herkömmliche Recyclingcontainer bei Wind problematisch waren, wurden in einigen Stadtteilen unterirdische Mülleimer eingeführt – eine bedeutende Verbesserung. Hier finden sie den Post zu regenerativem reisen.

Bunte Gebäude und lokales Ambiente in einer portugiesischen Küstenstadt als authentisches Reiseerlebnis

Erholung und Widerstandskraft der Natur

Trotz steigender Besucherzahlen, besonders seit dem touristischen Aufschwung in Portugal ab 2004, ist es Viana gelungen, seine natürlichen Ökosysteme gut zu schützen. Die Stadt war schon vor ihrem internationalen Bekanntheitsgrad ein beliebtes Ziel für portugiesische Reisende und blieb von Übernutzung verschont. Nach einer großen Öltankerhavarie in Spanien wanderten viele Meerestiere südwärts, was die Artenvielfalt an der portugiesischen Küste stärkte. Heute kehren viele Tierarten an Land und ins Meer zurück – ein Zeichen für die Widerstandskraft der Natur und das Engagement der lokalen Verwaltung.

Küstenlandschaft mit traditionellen Häusern als Beispiel für das Gleichgewicht zwischen Tourismus und Natur

Unsere Projektgruppe besuchte das Umweltüberwachungs- und Interpretationszentrum (CMIA) in Viana do Castelo, wo wir lokale Flora und Fauna während einer Führung erkundeten. Schauen sie es sich selber hier an. Wir beobachteten verschiedene Vogelarten in ihren natürlichen Lebensräumen und lernten etwas über Bäume und Pflanzen der Region. Die Guides erklärten die ökologische Bedeutung der verschiedenen Baumarten und ihren Beitrag zur Gesundheit des Ökosystems. Dieser Besuch zeigte, wie Umweltbildung und kontinuierliche Beobachtung die Regeneration der Natur unterstützen.

Wachstum mit Vorsicht

Dennoch bringt Entwicklung Spannungen mit sich. Die Ausweitung ländlicher Gebiete zu Wohngebieten wirft Fragen zur Aufrechterhaltung des ökologischen Gleichgewichts auf. Bemühungen, umweltfreundlichere Mobilität zu fördern, zeigen gemischte Ergebnisse: Fahrradfahren ist grundsätzlich möglich und es gibt Verleihangebote, jedoch in begrenztem Umfang und von privaten Unternehmen betrieben.

Straßenszene mit traditionellen Gebäuden und Alltagsleben in Viana do Castelo als authentisches Reiseerlebnis

Mehr Menschen zum Radfahren zu ermutigen bleibt eine Herausforderung, da die Autokultur in Portugal tief verwurzelt ist – eine Veränderung erfordert Zeit und eine breitere infrastrukturelle Unterstützung. Hier ein kleiner Einblick.

Fazit – Eine Reise über die Stadt hinaus

Viana do Castelo bietet ein überzeugendes Beispiel dafür, wie kleine bis mittelgroße Städte nachhaltig wachsen können, ohne Charakter und Umwelt zu opfern. Trotz bestehender infrastruktureller und kultureller Herausforderungen zeigt der proaktive Ansatz der Stadt – basierend auf Gemeinschaftsbeteiligung und praktischen Innovationen – einen wertvollen Weg für andere Reiseziele.

Gruppe junger Reisender vor einer kulturellen Sehenswürdigkeit in Portugal im Kontext von nachhaltigem Reisen

Für unsere Gruppe war dieses Projekt mehr als nur eine Rechercheaufgabe. Wir konnten beobachten, wie Nachhaltigkeit vor Ort umgesetzt wird: wo Viana erfolgreich ist und wo es noch Schwierigkeiten gibt. Unser Aufenthalt in einem Hostel, das aktiv nachhaltige Maßnahmen umsetzt, machte deutlich, wie selbst weniger offensichtliche Reiseentscheidungen – Unterkunft, Mobilität – zu verantwortungsvollem Tourismus beitragen können. Wir führten Interviews mit Touristen und Einheimischen über nachhaltiges Reisen, Gewohnheiten und Wahrnehmungen. Was wir herausfanden, war inspirierend und augenöffnend.

Dieser Artikel ist erst der Anfang unserer gemeinsamen Geschichte. Wenn dir Einblicke in Viana do Castelo gefallen haben, folge uns für weitere Erlebnisse und Berichte von unserer Travel Different for Future Reise – von Lissabon über Nordportugal bis darüber hinaus. Weitere Artikel und Reflexionen unserer Aktiven findest du ebenso wie Eindrücke, Gedanken und Ideen für nachhaltiges Reisen auf unserem Instagram.