Herausforderungen für LGBTQ+-Reisende und andere im Tourismus

Fragen und Antworten mit Dani Bento, Vorsitz von ILGA Portugal

Unsere kleine Gruppe von Freiwilligen, die im Rahmen des Projekts „Travel Different for Future“ die Inklusion in der Tourismusbranche untersucht hat, hatte das Privileg, sich mit Dani Bento, einem leidenschaftlichen Aktivisten und derzeitigen Präsidenten von ILGA Portugal, zu unterhalten.

Irina Medved

Danis Erkenntnisse erinnern uns daran, dass inklusiver Tourismus nicht nur ein Trend, sondern eine Notwendigkeit ist. Von einer durchdachten Sprache bis hin zu barrierefreien Infrastrukturen – jeder kann dazu beitragen, LGBTQ+-Reisenden ein einladendes und sicheres Erlebnis zu bieten. Inklusives Reisen geht jedoch weit über eine bestimmte Gruppe hinaus. Im Kern geht es darum, barrierefreie Erlebnisse für alle zu schaffen, unabhängig von ihrer Identität, ihren Fähigkeiten oder ihren Lebensumständen.

ILGA Portugal ist eine wichtige Organisation für LGBTQ+-Rechte, die 1995 gegründet wurde und sich für Gleichberechtigung, Inklusion und Schutz vor Diskriminierung einsetzt. Sie befasst sich mit Themen wie Rechtsansprüchen, Gesundheitsversorgung und sozialer Akzeptanz und arbeitet mit lokalen und globalen Partnern zusammen, um eine inklusivere Gesellschaft zu schaffen.

Unsere Diskussion spiegelt den Kern unseres Projekts wider, das eine Zukunft des Reisens fördern möchte, die nicht nur inklusiv ist, sondern sich auch intensiv für Nachhaltigkeit einsetzt, um sicherzustellen, dass jeder verantwortungsbewusst, gerecht und mit Respekt für die Menschen und den Planeten reisen kann.

F: Können Sie sich und Ihre Rolle innerhalb der Community kurz vorstellen?

A: „Mein Name ist Dani Bento, ich bin fast 39 Jahre alt und eine nicht-binäre Transfrau. Ich bin seit 10 Jahren bei ILGA Portugal, wo ich als Freiwillige angefangen habe, weil ich Antworten finden und dringende Probleme angehen wollte.

Jetzt bin ich Präsidentin von ILGA und arbeite im Bereich Menschenrechte mit den Schwerpunkten Identität, Körperautonomie und Politik, die das Leben von LGBTQ+ prägt.“

F: Wie inklusiv ist die Tourismusbranche Ihrer Erfahrung nach derzeit?

A: „Es gibt immer noch viele Barrieren, Sprache kann nicht inklusiv sein und manche Orte sind nicht einladend. Menschen können unangenehme Blicke zuwerfen, nur weil LGBTQ+ Menschen wie alle anderen auch in öffentlichen Räumen präsent sind.

Wir wollen Beziehungen nicht „normalisieren“, sondern Vorurteile neutralisieren, denn jede Beziehung ist anders. Vorurteile sind unfaire Annahmen oder Urteile, die wir aufgrund von Stereotypen oder begrenzten Perspektiven fällen.

Lissabon ist ein Hotspot und tendenziell offen und tolerant, aber in ländlicheren Gegenden können die Reaktionen sehr unterschiedlich ausfallen. Für Transgender-Personen ist der Zugang zu öffentlichen Toiletten ein immer wiederkehrendes Problem. Und dann gibt es noch das Problem, beurteilt zu werden, wenn das Aussehen nicht den Geschlechterstereotypen entspricht. Manchmal sind es Witze oder Bemerkungen, die vielleicht harmlos erscheinen, aber sie sorgen dafür, dass sich Menschen unwillkommen fühlen.“

F: Wie wichtig ist es für Reiseziele, sichere Räume für LGBTQ+-Reisende zu schaffen?

A: „Das ist unerlässlich. Jeder sollte sich willkommen fühlen. Wir brauchen eine inklusive Sprache, praktische Lösungen und Bewusstsein. Es geht um grundlegende Menschenrechte, das Recht, gesehen, respektiert und sicher zu sein. Menschen sollten nicht aufgrund ihres Aussehens oder ihrer Identität diskriminiert werden. Es ist an der Zeit, dass wir überdenken, wie der Tourismus mit Identität und Inklusion umgeht.“

F: Inwiefern überschneiden sich Rasse, Geschlechtsidentität und Behinderung mit den Erfahrungen von LGBTQ+-Personen auf Reisen?

A: „Diese Aspekte überschneiden sich oft. Im ILGA-Zentrum haben wir beispielsweise festgestellt, dass unsere Toiletten für Rollstuhlfahrer nicht zugänglich sind, sodass physische Barrieren nach wie vor ein Problem darstellen. Aber es gibt Fortschritte: Wir beobachten eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Verbänden und einen intensiveren Dialog über soziale Themen. Das Bewusstsein in der Community wächst.“

F: Wie kann Tourismus sowohl inklusiv als auch nachhaltig sein?

A: „Gerade in Portugal, wo der Tourismus für unsere Wirtschaft von zentraler Bedeutung ist, müssen wir langfristig denken. Bei Nachhaltigkeit geht es nicht nur um die Umwelt, sondern auch um die Bewahrung der Kultur und den Aufbau respektvoller, inklusiver Beziehungen zu den lokalen Gemeinschaften.“

Fazit: Eine inklusive Zukunft im Reisen gestalten

Danis Erkenntnisse erinnern uns daran, dass inklusiver Tourismus nicht nur ein Trend, sondern eine Notwendigkeit ist. Von einer durchdachten Sprache bis hin zu barrierefreien Infrastrukturen – jeder kann dazu beitragen, LGBTQ+-Reisenden ein einladendes und sicheres Erlebnis zu bieten. Inklusives Reisen geht jedoch weit über eine bestimmte Gruppe hinaus. Im Kern geht es darum, barrierefreie Erlebnisse für alle zu schaffen, unabhängig von ihrer Identität, ihren Fähigkeiten oder ihren Lebensumständen.

Portugal ist bereits ein beliebtes Reiseziel für LGBTQ+-Reisende, aber echte Fortschritte werden erst dann erzielt, wenn Inklusion Teil jedes Reiseerlebnisses wird, nicht nur in Großstädten wie Lissabon, sondern überall.

Informationsbereich von ILGA Portugal mit Broschüren und Materialien zur Unterstützung der LGBTQ+-Community.

Warum inklusives Reisen wichtig ist

  • Barrierefreiheit: Gestaltung von Räumen, Dienstleistungen und Technologien, die für alle Reisenden mit Behinderungen, Mobilitätseinschränkungen oder sensorischen Bedürfnissen geeignet sind.
  • Gerechtigkeit: Anerkennung der Tatsache, dass ältere Erwachsene, Familien mit kleinen Kindern und Menschen aus marginalisierten Gemeinschaften mit besonderen Hindernissen konfrontiert sein können, und aktive Suche nach Möglichkeiten, diese zu überwinden.
  • Repräsentation: Verwendung einer einfachen, aber respektvollen Sprache und Bildsprache, die für alle Reisenden zugänglich ist und ihnen ein Gefühl der Leichtigkeit vermittelt.
  • Sicherheit: Sicherstellen, dass Reiseziele, Hotels, lokale Unterkünfte und Aktivitäten ein Umfeld schaffen, in dem sich alle Gäste willkommen und respektiert fühlen.

Inklusives Reisen bedeutet also, dass allen Reisenden mit Empathie begegnet wird. Tourismus muss keine exklusive Aktivität sein, die nur bestimmten Gruppen vorbehalten ist. Wenn Unternehmen inklusiv sind, öffnen sie vielen Besuchern die Türen, um neue Möglichkeiten zu entdecken.

Die Notwendigkeit von Inklusion beginnt bei jedem Einzelnen von uns. Ob Sie ein Reisender, ein Airbnb-Gastgeber oder sogar das lokale Café sind – sich bewusst dafür zu entscheiden, alle willkommen zu heißen, ist eine einfache, aber wirkungsvolle Möglichkeit zu zeigen, dass Inklusion möglich ist.

Man muss sich lediglich dafür entscheiden, jeden Menschen so willkommen zu heißen, wie er oder sie ist. Achten Sie bei Ihrer nächsten Reise darauf, wie inklusiv sich Ihre Erfahrungen anfühlen, und fragen Sie sich, welche kleinen Veränderungen das Erlebnis für alle verbessern könnten.

Erfahren Sie mehr über ILGA Portugal

Weitere Informationen über die Arbeit von ILGA Portugal und ihr Engagement für LGBTQ+-Rechte und Inklusion finden Sie auf der offiziellen Website here. Als führende Organisation für LGBTQ+-Rechte in Portugal spielt ILGA eine wichtige Rolle bei der Förderung von Gleichberechtigung und sozialer Gerechtigkeit im ganzen Land.

Entdecken Sie barrierefreien Tourismus mit Tur4all

Tur4all bietet einen umfassenden Leitfaden für barrierefreien Tourismus in ganz Spanien und darüber hinaus. Um barrierefreie Reiseoptionen, Dienstleistungen und Ressourcen zu entdecken, besuchen Sie die Website here. Es ist ein wertvolles Hilfsmittel für Reisende, die nach barrierefreien Unterkünften und Erlebnissen suchen.

Kampagnenvisual für eine inklusive Gesellschaft mit Regenbogenflagge und Botschaft der Gleichberechtigung.

Entdecken Sie „Accessible Portugal“

Accessible Portugal ist eine Plattform, die Reisenden hilft, barrierefreie touristische Angebote in ganz Portugal zu finden. Ob Sie barrierefreie Unterkünfte oder spezialisierte Reisedienstleistungen suchen – die Website bietet detaillierte und verlässliche Informationen. Besuchen Sie Accessible Portugal, um Ihre nächste barrierefreie Reise zu planen.

Einblicke in inklusives Reisen

Für einen tieferen Einblick in inklusive Reisepraktiken weltweit bietet ideas.org.au einen hilfreichen Blogbeitrag über die 10 Dinge, die Sie über inklusives Reisen wissen sollten. Lesen Sie den Artikel (reading their article), um wichtige Tipps und Richtlinien für barrierefreie und inklusive Reiseerlebnisse zu erhalten.