Von Ideen zu Taten: Eine Woche mit der TDFF-Community in Spanien

Gemeinsam lernen, kreativ sein und neue Kontakte knüpfen in Coma-ruga

Ende August kamen 31 Teilnehmende aus Slowenien, Deutschland, Spanien und Portugal in Coma-ruga zum 6. Internationalen Travel Different for Future (TDFF) Sommerseminar zusammen. Für viele war es das erste TDFF-Seminar, während andere in eine Gemeinschaft zurückkehrten, die sie bereits gut kannten. Es folgte eine Woche voller Ideen, Teamarbeit, neuer Erfahrungen, Lachen und vieler gemeinsamer Momente am Meer.

Anja Žepič

Anja Žepič ist Koordinatorin des Programms Travel Different for Future und Redakteurin des Online-Reisemagazins Globetrotter. Ihre Arbeit konzentriert sich auf nachhaltiges Reisen, Jugendbildung und Geschichten, die zu einem verantwortungsvolleren Entdecken der Welt anregen.

Die Woche in Coma-ruga hat einmal mehr gezeigt, was entstehen kann, wenn Menschen aus verschiedenen Ländern zusammenkommen, um nicht nur über Veränderungen zu sprechen, sondern tatsächlich gemeinsam etwas zu schaffen.

Einen Einblick in die gesamte Woche bietet unser Summer Seminar Reel, das einige der Lernmomente, kreativen Aktivitäten, Reisen und gemeinsamen Erlebnisse zeigt, die unsere Zeit in Spanien geprägt haben.

Doch ein TDFF-Sommerseminar ist viel mehr, als einfach nur eine Woche gemeinsam zu verbringen. Es ist ein Ort, an dem junge Menschen über Ländergrenzen hinweg zusammenkommen, voneinander lernen und aktiv zur Weiterentwicklung des Travel Different for Future-Programms beitragen.

Eines der Hauptziele in diesem Jahr war es, nicht nur über Ideen zu sprechen, sondern tatsächlich neue Bildungsmaterialien zu entwickeln, die künftig bei TDFF-Aktivitäten eingesetzt werden können.

Nachhaltiges Reisen als Teil der Erfahrung

Schon die Anreise nach Coma-ruga war Teil des Erlebnisses. Im Sinne des von Erasmus+ geförderten nachhaltigen Reisens reisten unsere Freiwilligen mit dem Zug oder Bus nach Spanien, anstatt zu fliegen. Für TDFF war dies eine Gelegenheit, das in die Praxis umzusetzen, worüber wir in unseren Workshops und Aktivitäten häufig sprechen: nachhaltigere Verkehrsmittel zu wählen.

TDFF-Freiwillige reisen gemeinsam mit dem Zug nach Spanien und machen nachhaltige Mobilität zu einem Teil ihrer internationalen Seminarerfahrung.

Doch nachhaltiges Reisen brachte weit mehr mit sich als nur eine geringere Umweltbelastung. Die langen Zug- und Busfahrten gaben den Freiwilligen Zeit, sich kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und bereits vor Beginn des Seminars Kontakte zu knüpfen. Dies war besonders für die nationalen Teams wertvoll. Hier kamen sowohl neue als auch erfahrene Freiwillige zusammen, die aus unterschiedlichen Regionen ihrer Länder stammen und während des Jahres nur selten die Gelegenheit haben, sich persönlich zu treffen. Als sie in Coma-ruga ankamen, hatten viele bereits mehrere Stunden gemeinsam auf Reisen verbracht, miteinander gesprochen und erste Erfahrungen geteilt. Diese Verbundenheit war während des gesamten Seminars spürbar.

Auch die Anreisen selbst waren sehr unterschiedlich. Einige Freiwillige reisten allein und machten dabei zum ersten Mal Erfahrungen mit dem Alleinreisen. Andere verwandelten ihre Anreise in ein kleines europäisches Abenteuer, verbrachten vor oder nach dem Seminar einen Tag in Barcelona oder machten unterwegs in verschiedenen Städten Halt. Anstatt einfach nur möglichst schnell von zu Hause nach Coma-ruga zu gelangen, wurde bereits die Anreise zu einem Teil des Reiseerlebnisses.

Und wer weiß, was unterwegs alles passieren kann? Neue Orte, unerwartete Momente, gemeinsame Abenteuer und neue Freundschaften – vielleicht sogar Freundschaften, die ein Leben lang halten. Manchmal geht es beim alternativen Reisen nicht nur darum, wie wir unser Ziel erreichen, sondern auch um all das, was wir unterwegs erleben.

Lernen durch Ausprobieren mit Simulationsspielen

Eines der zentralen Themen des Seminars war die Methode der Simulationsspiele. Anstatt nur darüber zu sprechen, wie Simulationsspiele funktionieren, erlebten die Teilnehmenden die Methode zunächst selbst. Dafür spielten sie ein Spiel, das sich mit der touristischen Entwicklung der fiktiven Stadt Bonomare beschäftigte. Unterschiedliche Rollen, Interessen und Perspektiven führten schnell zu lebhaften Diskussionen, Verhandlungen und unerwarteten Situationen.

Internationale TDFF-Freiwillige entwickeln beim Sommerseminar in Spanien gemeinsam Ideen, Szenarien und Rollen für neue pädagogische Simulationsspiele.

Das Spiel war ein gutes Beispiel dafür, wie Lernen durch praktisches Ausprobieren aussehen kann: Anstatt nur von verschiedenen Standpunkten zu hören, mussten sich die Teilnehmenden selbst in diese hineinversetzen. Einige dieser lebhaften Momente könnt ihr in unserem Reel „Simulation Games in Action“ sehen.

Nachdem die Teilnehmenden die Methode selbst erlebt hatten, begannen sie, eigene Ideen zu entwickeln. In kleineren Gruppen erarbeiteten sie Schauplätze, Szenarien und Rollen für drei neue Simulationsspiele. Bis zum Ende des Seminars waren die ersten Entwürfe fertig und konnten von den anderen Teilnehmenden getestet werden.

Diese ersten Versionen sind allerdings noch nicht endgültig. Die Teams werden sie nach dem Seminar weiter überarbeiten, damit sie später als neue Bildungsmaterialien im TDFF-Programm eingesetzt werden können. Außerdem beschäftigte sich die Gruppe mit dem pädagogischen Nutzen von Simulationsspielen und sammelte praktische Tipps für deren Durchführung. Diese sollen die Grundlage für einen zusätzlichen Leitfaden bilden.

Entwicklung einer neuen TDFF-Toolbox

Gleichzeitig arbeitete eine andere Gruppe an der TDFF-Toolbox. Die Idee hinter der Toolbox ist einfach: Es sollen praktische und ansprechende Aktivitäten entwickelt werden, mit denen TDFF-Themen auch dort vermittelt werden können, wo ein vollständiger Workshop nicht möglich ist – beispielsweise auf Festivals, Veranstaltungen oder an Informationsständen.

Junge Freiwillige testen eine interaktive Methode für die neue TDFF-Toolbox, die nachhaltiges Reisen bei Jugendveranstaltungen vermitteln soll.

Der Entwicklungsprozess begann mit einem großen Brainstorming. Aus den zahlreichen entstandenen Ideen wählten die Teilnehmenden drei Themen aus und begannen, diese in konkrete Aktivitäten umzusetzen. Ursprünglich war das Ziel, Methoden zu entwickeln, die etwa 10 bis 15 Minuten dauern. Einige Ideen entwickelten sich jedoch ganz natürlich zu etwas längeren Aktivitäten. Auf Instagram könnt ihr außerdem unser Toolbox-Team bei der Arbeit sehen. Dort haben wir einige Momente aus dem Entwicklungsprozess geteilt.

Genau wie die Simulationsspiele werden auch diese Materialien nach dem Seminar weiterentwickelt. Zu den nächsten Schritten gehören die Fertigstellung der Inhalte, die Gestaltung der Materialien und deren Übersetzung, damit sie später von TDFF-Teams in verschiedenen Ländern eingesetzt werden können.

Dieser Prozess spiegelt auch einen wichtigen Bestandteil des Programms wider: TDFF-Freiwillige nehmen nicht nur an bereits bestehenden Aktivitäten teil. Sie helfen aktiv dabei, die Zukunft des Programms mitzugestalten.

Mehr als nur das Seminarprogramm

Natürlich fanden nicht alle wichtigen Momente an einem Tisch statt. Bei einem Sommerseminar geht es auch um die gemeinsamen Erlebnisse zwischen den Programmpunkten: Gespräche während der Pausen, gemeinsame Mahlzeiten, Zeit am Strand, Volleyball, abendliches Schwimmen und einfach darum, die gemeinsame Zeit zu genießen.

Teilnehmende des TDFF-Sommerseminars entdecken gemeinsam Tarragona und verbinden Reisen, kulturelle Entdeckungen und internationalen Austausch.

Unser Reel „TDFF Beyond the Seminar Room“ hält einige dieser entspannten Momente fest und zeigt eine andere Seite des Seminarerlebnisses. Diese ungezwungenen Momente sind ein wichtiger Bestandteil eines internationalen Seminars. Sie schaffen Raum, in dem sich Freundschaften auf natürliche Weise entwickeln können, und helfen dabei, aus einer Gruppe von Teilnehmenden aus verschiedenen Ländern eine Gemeinschaft zu machen.

An einem Tag stand außerdem ein Tapetenwechsel auf dem Programm: Die Gruppe fuhr gemeinsam mit dem Zug von Coma-ruga nach Tarragona. Dort erkundeten die Teilnehmenden die Stadt, nahmen an einer Führung teil, verbrachten gemeinsam Zeit und hatten auch die Möglichkeit, Tarragona auf eigene Faust zu entdecken. Einige der Höhepunkte dieses Tages könnt ihr in unserem Reel „Exploring Tarragona Together“ sehen.

Reisen ist natürlich ein fester Bestandteil von Travel Different for Future. Doch bei TDFF geht es beim Reisen nicht nur darum, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Es geht auch darum, gemeinsam neue Orte zu entdecken, unterschiedliche Perspektiven auszutauschen und bewusster wahrzunehmen, wie wir reisen.

Das Seminar endet, die Reise geht weiter

Nach einer intensiven Woche in Spanien kehrten alle wieder nach Hause zurück. Doch die Arbeit und die Ideen, die in Coma-ruga entstanden sind, werden weitergeführt. Ein wichtiger Bestandteil von TDFF besteht darin, neue Wege zu finden, um junge Menschen stärker in das Programm einzubeziehen – nicht nur als Teilnehmende, sondern auch bei der Entwicklung von Ideen, bei Entscheidungen und bei der Gestaltung zukünftiger Aktivitäten.

Gruppenfoto der 31 Teilnehmenden aus Slowenien, Deutschland, Spanien und Portugal beim 6. internationalen TDFF-Sommerseminar in Coma-ruga.

Das Sommerseminar bot eine weitere Gelegenheit, diesen Ansatz zu stärken. Die Simulationsspiele werden nun weiter überarbeitet, während die Toolbox-Aktivitäten fertiggestellt, gestaltet und übersetzt werden. Die Freiwilligen werden sich auch weiterhin durch nationale Aktivitäten, Workshops und regelmäßige internationale Online-Treffen bei TDFF engagieren.

Und es gibt bereits etwas Neues, auf das wir uns freuen können: Die Vorbereitungen für das nächste internationale TDFF-Sommerseminar haben begonnen. Dieses wird 2027 in Slowenien stattfinden.

Die Woche in Coma-ruga hat einmal mehr gezeigt, was entstehen kann, wenn Menschen aus verschiedenen Ländern zusammenkommen, um nicht nur über Veränderungen zu sprechen, sondern tatsächlich gemeinsam etwas zu schaffen.

Von Ideen zu Taten – das ist Travel Different for Future.